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| Wer ist Emil Boc, Rumäniens neuer Premierminister? |
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Emil Boc, Vorsitzender der Demokrat-Liberalen Partei, wurde am 15. Dezember 2008, nach dem überraschenden Rücktritt von Theodor Stolojan, vom Staatspräsidenten Băsescu zum Premier ernannt.
Der 42-jährige Jurist wird nach einer politischen Laufbahn von nur 8 Jahren zum jüngsten Premier Rumäniens nach der Wende. Boc wird als ein treuer Anhänger des Präsidenten Băsescu angesehen, dessen Amt als Vorsitzender der damaligen Demokratischen Partei PD er nach den Wahlen 2004 übernahm. Mit einer breit angelegten theoretischen Bildung (Rechts- und politische Wissenschaften, Philosophie) ist Boc ein Politiker welcher ausser den 2 Mandaten als Oberburgermeister der Stadt Cluj/Klausenburg keine weiteren Funktionen im Staatsapparat gekleidet hat.
Emil Boc wurde 1966 in Răchitele (Kreis Cluj) geboren und absolvierte 1991 die Fakultät für Geschichte und Philosophie und 1995 die Fakultät für Rechtswissenschaften. Es folgten mehrere Aufbaustudien in Grossbritannien, den USA und Belgien. Im Jahre 2000 wurde ihm der Doktortitel in politischen Wissenschaften und politische Philosophie verleiht.
Seit 1994 ist Boc Mitglied im Amerikanischen Verband für politische Wissenschaften und seit 1999 in der Rumänischen Gesellschaft für politische Wissenschaften. Seit dem Jahr 1996 ist er Rechtsanwalt im Anwaltsstand Cluj.
Die politische Laufbahn ist eng mit der Entwicklung der Demokratischen Partei PD (zurzeit Demokrat-Liberalen Partei PDL) verknüpft. Bei den Wahlen im November 2000 wird er zum ersten Mal zum Abgeordneten gewählt. Ab 2001 amtierte Boc als Vizepräsident der juristischen Kommission der Abgeordnetenkammer. Zwei Jahre später, im Oktober 2003, wird er zum exekutiven Präsidenten der PD gewählt und gleich darauf auch zum Lider der PD-Parlamentariern in der Abgeordnetenkammer ernannt. In seiner Amtszeit war Boc einer der aktivsten Abgeordneten und einer der heftigsten Kritikern der Sozial-Demokraten.
Nach seiner Wahl zum Oberbürgermeister der Stadt Cluj / Klausenburg Juli 2004 (mit 56% der Stimmen) verzichtete Boc auf das parlamentarische Amt. Bei den Lokalwahlen im Sommer 2008 wurde er mit 76% der Stimmen zum Bürgermeister wiedergewählt.
Nachdem Traian Băsescu 2004 zum Staatspräsidenten gewählt wurde, übernahm Boc ad interim dessen Amt als Vorsitzender der Demokratischen Partei, bis er Juni 2005 zum vollen Parteivorsitzenden gewählt wurde. In derselben Zeit wurde auch die sozial-demokratische Doktrin der PD mit einer mehr rechtsorientierten, populären Doktrin ersetzt. Unter der Präsidentschaft von Boc erfolgte eine Annäherung der PD an die Europäische Volkspartei.
Im Laufe der politischen Laufbahn wurde Boc oft als Sprachrohr des Präsidenten Băsescu angesehen, als Politiker ohne eigenem Willen oder Persönlichkeit. Nach der Ausscheidung April 2007 der PD aus der Regierungskoalition mit den Liberalen, kennzeichnete Boc das umorganisierte Tăriceanu-Kabinett als die schwächste Regierung in der Geschichte Rumäniens.
(15.12.2008, Mediafax, FindNews)
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