Schwarze Bilanz des rumänischen Bildungswesens PDF Print
Tuesday, 27 October 2009 10:54
Die rumänischen Schüler gehören zu den leistungsschwächsten innerhalb der ganzen EU. Das zeigte der Bericht für das Jahr 2007 über die Lage des Bildungswesens welcher vom Ministerpräsidenten Boc am 22. Oktober dem Parlament zur Diskussion vorgelegt wurde. Der vom Bildungsministerium erstellte Lagebericht deckt erschreckende Fakten auf: ein Fünftel der rumänischen Kinder besuchen keinen Kindergarten, ein Drittel der Gymnasiumabsolventen legen das Abitur nicht ab und ein Viertel der Schüler sind sogar mit einfachen Matheaufgaben überfordert. Dem Bericht zufolge liegt Rumänien ganz hinten in der EU hinsichtlich des Verhältnisses zwischen der Anzahl der Schüler und Studenten und der Gesamtanzahl der Jugendlichen welche im Schulalter sind. In Rumänien liegt die Quote der Teilnahme an allen Bildungsniveaus bei nur 56%, weit unter dem EU-Mittelwert von 63%. Nur Bulgarien und Zypern zeigen schlechtere Zahlen (55%). Die Abbruchquote erreichte 2007 einen Rekordwert der letzten zwanzig Jahren: 8,5%. Die Gründe für den Schulabbruch sind unterschiedlich, doch zu den bedeutendsten gehören die armen Familienverhältnisse, die geringe Attraktivität der Ausbildungsberufe, sowie die Unentschiedenheit der Jugendlichen betreffend ihren beruflichen Lebenslauf. Im Durchschnitt beträgt die mittlere Dauer des Schullebens in Rumänien 14 Jahre (davon sind 10 Schuljahre verpflichtend). Der Bericht deckt auch die schwache Leistung rumänischer Schüler auf, welche oft nicht von den in der Schule erhaltenen Zeugnissen widerspiegelt wird. Im Rahmen der internationalen Schulleistungsstudien besetzt Rumänien nur den 47ten Platz aus 57 betreffend die Leseleistung der Schüler und in den OECD- PISA-Studien liegt Rumänien auf Platz 34 (aus insgesamt 43). Vor dem Hintergrund des Rückgangs der Schüleranzahl in den letzten Jahren (um 216.000 in den letzten acht Jahren) bleibt das Verhältnis zwischen der Anzahl der Schüler und der Anzahl der Lehrkräfte im rumänischen Bildungswesen eins der höchsten auf europäischer Ebene. In Rumänien unterrichtet ein Lehrer im Durchschnitt 15,7 Schüler, während in den Nachbarstaaten Bulgarien und Ungarn die Zahl bei etwa 12 liegt. In was die berufliche Integration der Absolventen anbelangt sind die Schlussfolgerungen des Bericht auch nicht erfreulich: nur 23% der Jugendlichen finden einen Arbeitsplatz. Die höchsten Integrationsquoten sind bei den Absolventen akademischer Bildungsgänge (58%) und beruflicher Bildungseinrichtungen (57%) vorzufinden. Am entgegengesetzten Pol befinden sich die Gymnasiumabsolventen (21%) und die Absolventen von nur 8 Klassen (14%). (Gândul, 22.10.2009)